FDP-Delegation mit Generalsekretärin Nicola Beer, Dr. Timm Kern, Jochen Haußmann und Gudrun Wilhelm bei der Firma Harro Höfliger

Die berufliche Ausbildung in Deutschland, vor allem durch das duale System, genießt im Ausland ein ganz hohes Ansehen. Im eigenen Land ist das jedoch nicht immer so.

Darin sind sich der Geschäftsführer Personalwesen Uwe Amann, Ausbildungsleiter Andreas Müller von der Firma Harro Höfliger, Meike Höfliger als Vertreter des Industrievereins für den Raum Backnang sowie die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer, der parlamentarische Geschäftsführer Dr. Timm Kern (MdL), der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag Jochen Haußmann und die liberale Bundestagskandidatin Gudrun Senta Wilhelm aus Kirchberg/Murr einig.

Einig waren sich die Vertreter des Unternehmens sowie der Politik beim Besuch der Firma Harro Höfliger in Allmersbach im Tal in drei weiteren Punkten, die Nicola Beer zusammenfasste: Auszubildende sind keine Absteiger. Eine Ausbildung darf nicht „schlecht geredet“ werden, sie hat einen hohen Stellenwert. Berufsschullehrer müssen besser qualifiziert und die Schulen mit moderner Technik ausgestattet werden.
Die meisten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe – aktuell etwa 350 – sind nach dem dualen System aufgebaut. „Dual“ beschreibt eine zweigeteilte Form der Ausbildung an zwei verschiedenen Ausbildungsorten: In der Berufsschule wird das theoretische Fachwissen vermittelt, im Betrieb praktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Das ist die Idealvorstellung, die der Realität nicht immer entspricht. Grund- oder Realschüler weisen Schwächen in Mathematik und Deutsch auf, weiß Ausbildungsleiter Müller.

Die Hebel sollten daher in der Grundschule und schon vorher angesetzt werden, fordert die zweite Vorsitzende des Industrievereins im Raum Backnang Meike Höfliger. Angefangen von „wie lerne ich richtig“ bis zur Arbeitsmethodik: „Dass heute ein Schüler keinen Dreisatz mehr rechnen kann, das darf nicht sein.“ Sie fordert außerdem pädagogische Pläne und bessere Lehrerqualifikation.

Die Ausbildung aufwerten, ebenso den Meistertitel sowie ein zukunftsweisendes Begleitmanagement sind für Personalchef Amann wichtige Ansatzpunkt. Der parlamentarische FDP-Geschäftsführer Dr. Timm Kern bemängelte, dass derzeit 50 Prozent der Jugendlichen das Abitur machen und anschließend ein Studium beginnen, um nicht als „soziale Absteiger“ zu gelten. Informationen über die verschiedenen Berufe und Aufstiegsmöglichkeiten müssen klarer aufgezeigt werden. Der Familienbetrieb des Gründers Harro Höfliger hat mittlerweilen einen Stamm von 1200 Beschäftigte, jährlich kommen 100 neue Mitarbeiter dazu.

Dass die technischen Voraussetzungen der Berufsschulen vielfach nicht den Anforderungen entsprechen, ist für Gudrun Wilhelm und Jochen Haußmann keine Überraschung. Investitionen sind in diesem Bereich dringend nötig.

Klare Worte aller Beteiligten und ein klares Bild bei der Führung durch die Harro Höfliger Academy der Auszubildenden ergaben eine klare Vorstellung davon, was zu tun ist. Eine erfolgreiche Zukunft fängt oft mit einer qualifizierten Ausbildung an. – Und was der Familienbetrieb Höfliger noch leistet, das betonte Uwe Amann: „Wir vermitteln eine Unternehmenskultur und Werte für ein soziales Zusammenleben und Arbeiten.“