Murrhardt/Rudersberg/Berlin, 27. Juli 2017. Auf Einladung des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes (DEPV) informierten sich der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haussmann (Schorndorf) sowie die Bundestagskandidatinnen Gudrun Senta Wilhelm (Backnang-Schwäbisch Gmünd) und Lisa Walter (Waiblingen) am 24. Juli im Rems-Murr-Kreis über moderne Holzenergie in Form von Pellets und die Chancen, damit die Energiewende am Wärmemarkt voranzubringen.

Im Murrhardter Waldorfkindergarten berichtete DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele über Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Komfort rund um das Heizen mit den kleinen Holzpresslingen. „Beim Bau des Gebäudes 2011 haben wir uns bewusst für Holzpellets als heimischer erneuerbarer Energieträger entschieden“, betonte Eva Riebesam vom Vorstand des Kindergartenvereins. Auch ansonsten ist die positive Ausstrahlung von Holz beim Innenausbau und im Mobiliar unübersehbar. Mit dem Betrieb der Heizung, so Riebesam, sei man rundherum zufrieden.

Sehr interessant für die FDP-Politiker war die Befüllung des Pelletlagers, das sich zu-sammen mit der Heizung unter dem Gebäudedach befindet. Wie man die Presslinge schonend in den ersten Stock bringt, erklärte Pelletlieferant Harald Senges vom Holz-Energiezentrum Württemberg aus Obersteinenberg unter neugieriger Beobachtung der Waldorfkinder, die das Geschehen aus dem Garten heraus verfolgten.

Anders als bei einem Waldorfkindergarten erwartet man beim Rudersberger Straßen-bauunternehmen Zehnder auf den ersten Blick keine Erneuerbaren Energien. Das mag für die Lkw-Fahrzeugflotte gelten – bei der Beheizung des großen Bürogebäudes, in dem auch die Werkstatt untergebracht ist, kommen dagegen ebenfalls Holzpellets zum Einsatz. Geschäftsführer Heinz Zehnder wollte hier bewusst weg vom Öl und sieht sich nach zehn Jahren als Pelletheizer darin bestätigt. Auch bei ihm läuft die Anlage problemlos und wirtschaftlich.

Anhand der positiven Erfahrungen aus der Praxis plädierte DEPV-Geschäftsführer Bentele für eine stärkere Einbeziehung von Holzpellets in die Energiewende und eine Bewertung der Energieträger nach ihrer Kohlenstoffdioxid(CO2)-Bilanz. Das Risiko, dass eine fehlende CO2-Bepreisung und niedrige Preise für fossile Brennstoffe gleichermaßen die Energiewende verteuern und die Klimaschutzziele gefährden, sei sehr hoch. Die FDP-Politiker zeigten sich aufgeschlossen, den heimischen Energieträger bei ihren energiepolitischen Plänen zu berücksichtigen.