Von Karin Götz

Die FDP hat Gudrun Wilhelm im Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd für die Bundestagswahl gekürt.

Sie will es noch einmal wissen. 1998 verpasste Gudrun Wilhelm den Sprung nach Berlin – trotz eines Erststimmenzuwachses von sage und schreibe 77 Prozent. „Ich hatte den zweitgrößten Zuwachs bei den Liberalen nach Klaus Kinkel“, erinnert sich die Kirchbergerin. „Aber ich war auf der Landesliste nicht abgesichert.“ Bei der Wahl im kommenden. Jahr soll es anders laufen. Vor wenigen Wochen ist die 62-Jährige für den Wahlkreis Backnang Schwäbisch Gmünd nominiert worden. Wilhelm erhielt 100 Prozent der Stimmen und setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch.

“Politik hat Ecken und Kanten.” Gudrun Wilhelm

Die geschlossene Rückendeckung ist ein großer Vertrauensbeweis. Das weiß die Liberale. „Das gibt Mut und Kraft, mit Elan die Kandidatur anzugehen“, sagt sie. Und wer Gudrun Wilhelm kennt weiß, dass es ihr an Elan und Willen eh schon nicht fehlt. Doch ihr persönliches Engagement und das Netzwerk, das sich die Gemeinde-, Kreis-, und Regionalrätin in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, sind keine Garantie für einen guten Landeslistenplatz. „Ich habe das Gefühl, dass die Parteifreunde im Wahlkreis bereit sind, für mich und einen guten Platz auf der Liste zu kämpfen.“ Im Oktober werden die Würfel fallen.

Die Partei brauche jemanden, der politische Erfahrung besitze, ist die Kirchbergerin überzeugt. Außerdem sei sie bereit, sich in Themen einzuarbeiten, habe Durchsetzungsvermögen, stehe für ihre Positionen ein und mache den Mund auf. „Dass es nicht immer allen gefällt, das muss man aushalten. Politik hat Ecken und Kanten.“ Vor 20 Jahren ist Wilhelm in die FDP eingetreten. Aus Überzeugung wie sie betont. Mitentscheidend sei der Freiheitsgedanke der Partei gewesen. „Mir gefällt der Gedanke, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.“ Freies Denken sei bei den
Liberalen am Möglichsten, so Wilhelm. Den Entschluss, sich nach der Anfrage aus der Partei der Nominierung zu stellen, hat sie wohlüberlegt und im Einklang mit der Familie gefasst. „Sie stehen hinter mir“, erzählt Gudrun Wilhelm und setzt ihr einnehmendes Lächeln auf…

Erschienen in der Stuttgarter Zeitung

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